Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Die Debatte, die derzeit um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (alte Version gibt`s hier) stattfindet, ist im Grund keine neue. Zum wiederholten Male wird die Bundesregierung versuchen, die Bürgerrechte und die Selbstverantwortung der Menschen weiter zu beschneiden.

Ich gebe zu, dass ich mich bis dato noch nicht umfassend in diesen Staatsvertrag eingelesen habe, aber das, was ich bisher mitbekommen habe, reicht aus, um mir ein erstes Urteil zu bilden.

Als ich zu Surfen anfing, waren meine Eltern oft an meiner Seite und haben sich einmal angesehen, was ich auf welcher Internetseite so treibe. Genauso lief es schon Jahre zuvor beim Fernsehen oder mit Computerzeitschriften. Sie wollten einfach sehen, mit was ich mich beschäftige. Das klingt jetzt nach der totalen Überwachung, aber es war alles andere als das. Sie brachten mir einfach, allein dadurch, dass sie sich für mich interessierten, Vertrauen entgegen und ließen mich auch schon bald alleine surfen.

Doch was ist heute? Viele Eltern haben kein Interesse daran, sich mit ihren Kinder zu beschäftigen und lassen sie verkommen. Dass diese Kinder und Jugendliche dann auf blöde Gedanken kommen, weil sie nichts mit sich anzufangen wissen, verwundert mich überhaupt nicht.

Dieser Staatsvertrag scheint (wie oben geschrieben: auf den ersten Blick) eine Bekämpfung der Symptome, anstatt der Ursachen zu sein.

Ich erwarte von keinem 10-Jährigen, dass er Inhalte im TV, Kino oder Internet adäquat einschätzen kann, aber diese Aufgabe könnte und sollte sehr wohl von den Eltern übernommen werden.

Selbstverantwortung scheint das Stichwort zu sein, dass hier angebracht wäre, aber ein Großteil der Bürger dieses Landes hat sich schon viel zu sehr an das “Diktat von Oben” gewöhnt, als dass sie diese Alternative in Betracht ziehen würden.

Ebenfalls lesenswert: http://www.klopfers-web.de/

Beiträge, die Dich ebenfalls interessieren könnten:

  1. KUNO eröffnet – Eine großartige Leistung
  2. JMStV und all die andren tollen Sachen…
  3. Religion auch ohne Kirche?
  4. Tweihnachten 2009
  5. Gründe für die Bibliothek

Tags: , , , ,

This entry was posted on Dienstag, Januar 26th, 2010 at 15:47 and is filed under web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “Jugendmedienschutz-Staatsvertrag”

  1. Bomel Says:

    Ich stimme dir zu. Es ist Aufgabe der Erziehungsberechtigten darauf zu achten, das die Kinder nur die Medien konsumieren, die für ihr Alter gedacht sind ( wozu gibt es schließlich die USK bzw. FSK ? )und im angemessenen Rahmen. Da sollte sich der Staat raushalten.

  2. torschtl Says:

    Ich würde ja nichts sagen, wenn ein Jugendschutzsystem für harte Pronseiten eingeführt würde, aber hier geht`s ja um sämtliche Seiten angefangen vom Privatblog bis hin zum Onlineshop…

Leave a Reply


Facebook Like Button for Dummies