Flattr – Online-Payment-Revolution?
7 Mrz
Über die Kommentare bei Basic Thinking bin ich gerade auf ein neues Start-Up namens Flattr gestoßen. Flattr will das Problem der Monetarisierung von Websites und Blogs angreifen und hat sich dafür das “Kuchenstück-Prinzip” zunutze gemacht.
Die Idee, die hinter dem Projekt steht, ist schnell erklärt (und wird auch auf der Homepage in einem Video erklärt):
Jeder User von Flattr lädt pro Monat einen bestimmten Betrag auf sein Flattr-Konto. Webmaster und Blogautoren haben die Möglichkeit Buttons, wie man sie z. B. von Paypal kennt, auf ihren Websites einzubinden und so mit ihrem Content Geld zu verdienen.
Wenn mir nun ein Beitrag gefällt und ich den Autoren dafür entlohnen möchte, lasse ich ihm einen Flattr zukommen. Bei 5€ und einem Flattr im laufenden Monat würde derjenige dann 5€ auf sein Flattr-Konto bekommen. Wenn ich hingegen 100 Leuten Geld zukommen lasse, dann bekommt jeder 5 Cent von mir. Ich glaube das Prinzip dürfte verstanden sein.
Ich persönlich finde die Idee echt gut musste aber eingestehen, dass sie so ihre Schwachstellen hat. In einem Gespräch mit m4ki kamen die dann auch zum Vorschein.
- Wer zahlt für Content, den er auch kostenlos haben kann?
Ich denke, dass die allermeisten Internetnutzer nicht bereit sind zu spenden, wenn sie im Gegenzug keinen Mehrwert erhalten.
- Muss das Geschäftsmodell vielleicht nur noch angepasst werden?
Denkbar wäre, dass ein Blog, das diese Art der Monetarisierung nutzen will, nur noch Teaser veröffentlicht und der “Read more“-Button zu einem Flattr-Button wird. Lesen wäre dann nur noch gegen Entgelt möglich. Der Erfolg würde dann von der Masse der Plattformen abhängen, die dies so betreiben. Müsste man überall zahlen, bleibt einem keine Wahl (abgesehen vom Nichtlesen).
Ich persönlich räume Flattr eine gewisse Chance ein, wenn es einen guten Start hinlegt. Ich bin gerne bereit für Content, der mich zum Lachen bringt, mit bei der Informationssuche unterstützt hat oder der einfach herausragend ist, zu bezahlen. Noch dazu, wenn es sich um Beträge im Centbereich handelt, die mir persönlich dann nicht allzu sehr weh tun.
Was denkt ihr zu Flattr? Start-Up mit Zukunft oder zum Scheitern verurteilt?
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Ich denke ein weiteres Problem ist, dass man ja vorher festlegt, wieviel man diesen Monat auf sein Flattr Konto einzahlt. Und wenn dann ein Monat dabei ist, wo man nicht viel surft oder aus sonstigen Gründen nur einen Beitrag “anflattrt”, dann bekommt dieser eine Beitrag die volle Summe, auch wenn er einem das vielleicht gar nicht wert ist.
Und wenn man Blogger unterstüzten will, kann man das tun indem man auf Werbung auf ihrer Seite klickt. Das ist kein Aufwand und man “spendet” auch, obwohl man selbst nichts dafür bezahlt. Sein eigenes Geld für etwas auszugeben, das man auch umsonst haben kann (auch wenn ein noch so edler Gedanke dahinter steckt, weil man damit etwas unterstützt, das man gut findet), wird vermutlich viele Leute eher abschrecken.