Was denn jetzt, liebes mittelständisches Printmedium?
Keine zwei Monate ist es her, als Christian Kucznierz von einem mittelständischen Printmedium einer ostbayerischen Domstadt* einen Kommentar zu Google Streetview veröffentlichte, den ich hier auszugsweise zitieren möchte.
(…) Mit Street View ist das kein Problem. Aber wollen wir wirklich, dass jeder beliebige Nutzer das eigene Haus angucken kann? Dass jeder einen Blick auf das Schlafzimmerfenster – oder gar dahinter – werfen kann? Wohl kaum. (…)
Heute twitterte das mittelständische Printmedium einer ostbayerischen Domstadt über eines ihrer neuesten Projekte. Regensburg-Entdecken heißt das ganze und bietet, man mag es kaum glauben, 360° Panorama-Fotos aus Regensburg. Im Impressum verweist man auf die Rechtslage und sichert sich nach allen Seiten hin ab.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich generell nichts gegen Dienste wie Streetview oder auch den neuen Dienst des mittelständischen Printmediums einer ostbayerischen Domstadt habe, jedoch finde ich es durchaus amüsant, wenn auf der einen Seite gegen Google gewettert wird (“Aber wollen wir wirklich, dass jeder beliebige Nutzer das eigene Haus angucken kann?”) und auf der anderen Seite wenige Wochen später ein ähnlicher Dienst online gestellt wird.
Zwar hat die Panolife GmbH auf “überraschende Aufnahmen durch vorbeifahrende kamerabestückte Autos” verzichtet und stattdessen Stative mit einer Höhe von 1,75m verwendet, jedoch kann sich jetzt jeder – ohne Unterschied zu Google – trotzdem das Wohnhaus von Innenstadtbewohnern ansehen. Eine Geodaten-Verknüpfung liegt nicht vor, aber ich behaupte, dass jedes Kind innerhalb von zwei Minuten bei einer bekannten Adresse auch mit dem neuen Service ein beliebiges von den Kameras erfasstes Wohnobjekt finden kann.
Halten wir fest: Ein Unterschied zu den Praktiken von Google ist vorhanden. Sollte jemand sein Schlafzimmerfenster z. B. aber im Erdgeschoss einer Altstadtwohnung haben, ist dieses auf den Fotos des mittelständischen Printmediums einer ostbayerischen Domstadt wahrscheinlich noch eher zu sehen, als bei Google. Denn mit Autos fährt es sich so schlecht in die engen Gassen. Genau in die jedoch, sind die “Stativ-Fotografen” problemlos gekommen.
Aber wie heißt´s so schön: Mir kos ja Wurscht sei!
P. S. Wer sein Haus verpixeln lassen will (gnihihihi), kann dies per Email machen.
* siehe hierzu: Bloggen = Spaß!?

