Neutraubling ist tot – lang lebe blabla
In der Prüfungszeit beschäftigt man sich ja gern mit allem außer dem relevanten Stoff. Im Zuge der Prokrastination habe ich mir heute Gedanken darüber gemacht, was ich eigentlich an meiner Heimatstadt schätze.
Mit mir leben um die 13000 Einwohner hier und es werden mehr und mehr. Neutraubling verfügt über sämtliche Schulformen, hat ein städtisches Hallenbad, ein breites Angebot an Vereinen und ist von den Einkaufsmöglichkeiten, bis auf die großen Einkaufszentren, durchaus mit Regensburg vergleichbar. Und trotzdem ist Neutraubling irgendwie tot.
Alle zwei Jahre findet das Kulturfest am Neutraublinger See statt. Neben ein paar Bands findet man dort in erster Linie Fressbuden aller Art und nach 20 Minuten Rundgang hat man dann auch alles gesehen.
Die Wasserwacht hat letztes Jahr eine 24h-Schwimmnacht angeboten, die mehr als schlecht besucht war. Heuer wird ein anderes Konzept verfolgt werden. Was, wann und wo wird man in Kürze auf der offiziellen Homepage nachlesen können. Es ist ein weiterer Versuch dieser Stadt Leben einzuhauchen. Ob es diesmal klappen wird bleibt abzuwarten.
Wenn ich Vor- und Nachteile abwiege komme ich trotzdem immer wieder zu dem Ergebnis, dass ich gerne hier wohne. Ich hatte hier noch nie Probleme mit Gewalt, komme in wenigen Minuten nach Regensburg und genieße die familiäre Atmosphäre in (m)einer Stammkneipe, in die ich NIE IM LEBEN gehen würde, wenn sie in Regensburg statt in Neutraubling wäre. Aber hier gibt es einfach sonst nichts.
Irgendwie sehe ich mich aber in der Zukunft trotzdem in der Domstadt wohnen. Zu sehr liebe ich die kleinen Gassen und das Flair der Stadt, wenn die ersten Sonnenstrahlen im Frühling auf das Kopfsteinpflaster treffen, zu sehr liebe ich die Steinerne Brücke unter der ich jedes Jahr mindestens einmal hindurchschwimme und viel zu sehr liebe ich meine Freundin, um ihr den Wunsch einer zukünftigen gemeinsamen Wohnung in eben jener Stadt abschlagen zu können…
