Studium – Die absolut falsche Taktik?


Ein Trend, den ich in den ersten drei Semestern beobachten durfte, ist, dass relativ viele Studenten von der Möglichkeit Klausuren in spätere Semester zu “schieben” Gebrauch machen. Dass man das machen kann, stellt einen großen Vorteil dar, wenn man driftige Gründe für das Schieben hat, aber wie viele damit umgehen, ist – meiner Meinung nach – komplett falsch.

Ich habe in den bisherigen Semestern jede Klausur mitgeschrieben und selbst bei denen, wo ich dachte sicher durchgefallen zu sein, stand am Schluss meistens eine 2,3 oder 2,7 auf dem Blatt. Sicher nicht optimal, aber auch kein Beinbruch, zumal es, sind wir mal ehrlich, Fächer und Fachgebiete gibt, bei denen man froh ist, wenn man sich einfach nicht mehr damit beschäftigen muss.

Bei mir traf das z. B. auf Statistik zu. Während Statistik 2 mir fast schon Spaß machte, war Statistik 1 der blanke Horror. Schuld war ich selber, denn hätte ich auch nur ein wenig während des Semesters mitgelernt, hätte ich mir den ganzen Stress drei Wochen vor der Prüfung sparen können. Aber so war die Zeit einfach zu knapp, um dieses Sachgebiet vollumfänglich in meinen Kopf zu bekommen. Das Ende vom Lied war dann eine 2,7(!). Warum das so war? Nunja, es gab anscheinend noch genügend Leute, die noch weniger Plan davon hatten, so dass die Klausur ordentlich nach oben korrigiert wurde. Diese kleine  Anekdote aber nur zur Einstimmung.

Ich kenne persönlich jemanden, der im 1. Semester zwar alle Klausuren mitgeschrieben hat, aber in vier (von insgesamt sechs) durchgefallen ist. Folge daraus: Im zweiten Semester galt es 6 + eben jene 4 = 10 Klausuren zu schreiben. Bei einem Prüfungszeitraum von vier Wochen also im Schnitt 2,5 Klausuren pro Woche. Für mich wäre die logische Konsequenz, dass ich vier Wochen vor dem regulären Prüfungszeitraum mit dem Lernen der Altlasten fertig wäre, um mich auf meine “neuen” Klausuren konzentrieren zu können, aber nein, dieser jemand zog es vor die alten Klausuren im Prüfungszeitraum vorzubereiten und schob dafür vier Prüfungen aus dem 2. Semester ins 3.. Und so zieht sich seit jeher der Rattenschwanz hindurch. Die eigentliche Intention, nämlich die, dass man einer schlechten Note aufgrund mangelnder Prüfungsvorbereitung entgeht, wird komplett verfehlt, da der Druck in den Folgesemestern nur noch größer wird und man durch die Vielzahl an Klausuren dann ebenfalls nur mittelmäßige bis schlechte Ergebnisse erzielt.

Mein Tipp deshalb an alle zukünftigen Studenten:

Klausuren schieben nur im absoluten Notfall. Meiner Meinung nach fährt man insgesamt deutlich besser, wenn man in einer bis zwei Klausuren pro Semester “nur” eine 2,x stehen hat, als wenn man die Klausur weiterschiebt und auf göttlichen Beistand im nächsten Halbjahr hofft. Wenn man ehrlich ist, sind die Anforderungen zum Bestehen bzw. zum erzielen einer guten Note meist weit unter dem, was man sich vorher in seinen schlimmsten Träumen ausgemalt hat.

Beiträge, die Dich ebenfalls interessieren könnten:

  1. Ich bin ein halber Bachelor!
  2. Die Zeit vergeht… zu schnell!
  3. Der Anspruch der Universität?!
  4. Bachelorgeschmarre – heute: Praktika
  5. Friss oder stirb!

Tags: , , , , ,

This entry was posted on Donnerstag, Dezember 17th, 2009 at 22:01 and is filed under Studium. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 Responses to “Studium – Die absolut falsche Taktik?”

  1. torschtl Says:

    Pflichtlektüre auf torschtl.de: Studium – Die absolut falsche Taktik? http://torschtl.de/?p=60

  2. Moondragon Says:

    Ganz meine Meinung! Hab auch nur eine einzige Prüfung geschoben. RT @torschtl Studium – Die absolut falsche Taktik? http://torschtl.de/?p=60

  3. Kekskruemel Says:

    Das war bei uns nicht anders. Im Schnitt etwa 8 oder 9 Regelprüfungen pro Semester. Wer dann eine mal nicht bestanden hatte oder freiwillig geschoben hatte, kam ganz schnell auf 12 bis 13 Prüfungen und dann noch oftmals auch 2 oder 3 an einem Tag.

    Dann ist es oft viel schneller das man dort eine schlechte Note bekommt, als hätte man nicht geschoben. Ich bin daher froh, dass ich noch nie eine geschoben hatte und bisher auch noch keine einzige nicht bestanden habe und hoffe das das auch so bleibt bis zum Ende im Sommer vom Bachelor. (*toiToiToi*)

    Kann dich aber nur in deiner Meinung bestärken: Schieben nur im Notfall!

Leave a Reply


Facebook Like Button for Dummies