WITT-WEIDEN an der Uni Regensburg
Gestern waren die zuvor hier im Blog angekündigten Vertreter der Marketingabteilung von WITT-WEIDEN im H15 der Uni Regensburg zu Gast. Nun, was soll ich sagen? Der Vortrag der beiden Referenten war gut strukturiert und verständlich dargeboten.
Nach einem generellen Überblick über die WITT-Gruppe, folgte die nähere Betrachtung der Generation 50+. Während dieser stellte sich heraus, dass eine bloße Einteilung der Zielgruppe nach Alter heutzutage nicht mehr sinnvoll erscheint. Den typischen “Senioren” gibt es heute nicht mehr, was sich z. B. daran zeigt, dass die Menschen heutzutage im Alter öfter Sport machen, ins Theater oder schick zum Abendessen gehen, als dies früher der Fall war. Eine genauere Definition der Zielgruppe erscheint daher nötig. Möglich wird dies durch die Betrachtung des Lebensstils der einzelnen Individuen. Hervorragend veranschaulicht wurde dies durch ein Beispiel mit Prince Charles auf der einen und Ozzy Osbourne auf der anderen Seite. Beide sind im gleichen Jahr geboren, könnten aber, hinsichtlich ihres Lebensstils, unterschiedlicher nicht sein.
Besonders interessant fand ich dann auch noch die Vorstellung des typischen Kunden von WITT-WEIDEN. 40% aller Kunden haben die Konfektionsgröße 44/46 und 33% aller Kunden benötigen Übergrößen. Den eigenen Kleidungsstil beschreibt die Zielgruppe mit Adjektiven wie zeitlos, unauffällig und gepflegt.
Die wichtigsten Themen für diese sind Familie, Fürsorge, Heim, Freunde aber auch Sicherheit und Behinderungen.
Der Mitarbeiter der Marketingabteilung betonte darüber hinaus, dass die meistgenannten Gründe für Bestellungen Qualität, Service und die Auswahl an Sondergrößen seien. Dies sorgt im Umkehrschluss aber auch für eine niedrige Preiselastizität der Kundschaft, was WITT-WEIDEN natürlich zum Vorteil gereicht.
Im Anschluss an diese Informationen, wurde speziell auf den Marketing-Mix von WITT-WEIDEN eingegangen. Preisrabatte sucht man bei dieser Firma vergeblich. Auf diese Form des Kaufanreizes wird verzichtet. Neben dem klassischen Katalog wird seit jeher auf Telefon-Marketing gesetzt, um wieder Kaufanreize zu schaffen. Auch Gewinnspiele und Gratiszugaben sorgen für hohe Umsatzzuwächse. So ergab sich bei einem Kreuzworträtsel eine Kostenumsatzrelation von 9,4% (9,40€ investieren für 100€ zusätzlichen(!) Umsatz).
Die Ansprüche, die das Unternehmen an sich selbst stellt, stellt es auch an etwaige Kooperationspartner. So wird nur auf hochwertige Unternehmen wie Miele, VW, Mercedes, Lindt, Jacobs oder Nivea gesetzt, während andere, billigere bzw. qualitativ schlechtere Anbieter außen vor bleiben.
Gegen Ende des Vortrages fiel noch eine Aussage, die verdammt viel Wahres in sich trägt. Sie war die Reaktion auf Gelächter aus dem Publikum, das während der Vorstellung einiger Marketingmaßnahmen den Saal erfüllte.
“Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler”. Recht hat der gute Mann, weil ich nicht glaube, dass er persönlich eine potthässliche Osterhasentonfigur, die als Gratiszugabe verschickt wurde, als schön empfindet.