Der Anspruch der Universität?!
21 Feb
Am morgigen Montag schreibe ich die dritte von meinen fünf Klausuren in diesem Semester. Marketing I heißt sie und der Name lässt mehr vermuten, als es tatsächlich ist. Marketing ist interessant und Marketing hat vor allem mich persönlich interessiert, aber was daraus gemacht wird enttäuscht mich einfach.
Beim Durchblättern alter Klausuren habe ich festgestellt, dass in der Klausur zu 90% nach dem optimalen Preis, dem perfekten Werbebudget oder auch der jeweiligen Werbeelastizität gefragt wird.
Wir befinden uns in einer Grundlagen-Veranstaltung und alles, was nach einem wirklich interessanten Semester abgefragt wird ist: Mathematik
Sicher ist es wichtig, dass man weiß, dass man den optimalen Preis durch Ableiten und Nullsetzen der Gewinnfunktion herausbekomme, sicher ist es wichtig zu wissen, was mir die Elastizität für eine Information bringt, aber muss man eine Lernzielüberprüfung dann zum erneuten Male so gestalten, dass man – selbst wenn man sich nur einen Tag vorbereitet hat – als guter Mathematiker trotzdem eine 2,0 oder besser abholen kann?
Außen vor bleiben in diesem Fall sowohl die, die sich wirklich mit dem Fach beschäftigt haben und echtes Interesse daran gezeigt haben, als auch die Nebenfachstudenten, die sich in der Regel beim partiellen Ableiten “minimal” schwerer tun, weil sie NOCH NIE etwas davon gehört haben und deren einzige wirkliche Chance “die anderen Fragen” sind. Diese Alternativfragen sind aber fast nicht vorhanden.
Einen richtigen Sinn in dieser Mathematisierung sehe ich nicht, denn die, die BWL im Hauptfach studieren, haben die Problemstellungen schon zur Genüge in Mikroökonomie durchgekaut und sollten das im Grunde beherrschen. Sollten…
“Was beschwert er sich denn?”, mögt ihr euch fragen. Eigentlich könnte ich froh sein, dass ich alles mehr oder weniger schon einmal gehört habe und (theoretisch) nur noch ein weiteres Mal reproduzieren muss, aber irgendwie bin ich einfach enttäuscht, dass aus so einer Materie nicht mehr herausgeholt wird und einmal mehr Wert auf andere Schwerpunkte als stupides “Formelumstellen” gelegt wird.
Aber wenn man Eines nach dem 3. Semester weiß, dann ist es die Tatsache, dass ein Studium nichts mit Kreativität und noch weniger mit Intelligenz zusammenhängt.
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Bei 50% Rechenanteil schafft ein guter Mathematiker gerade so ne 4,0
Nö, die Rechnung geht nicht auf, weil der der Mathe kann zusätzlich auch noch den Stoff lernt, der nichts mit Mathe zu tun hat und sich so minimum auf eine 2,7 bringt, wenn er sich nicht allzu blöd anstellt. Wenn einer jetzt aber schlecht in Mathe ist, weil er nie Grundlagen der M. hatte, dann steht er bei dem Matheteil vor einer fast unlösbaren Aufgabe, wenn dann noch kleinere Fehler in dem Teil ohne Mathe reinkommen ist die 4,3 da.
Ok, leuchtet ein.
Das studium soll ja auch keinen spezialisten aus dir machen sondern die grundlagen fuer das spaetere berufsleben schaffen.
Naja ist eben typisch BWL-Studium: Alles wird vermathemalisiert.
Mikro, Makro, GVWL, Marketing, Jahresabschluss, Ertragssteuer, Controlling&co
Also Mathe wird irgendwie bei allen Sachen doch extrem benötigt
@Christof Ja, das ist mir schon bewusst, aber gerade im Marketing kommt es neben dem mathematischen Teil doch auch zu einem großen Teil auf Kreativität und Ideen an, die hier VÖLLIG außen vor bleiben. Keine Frage ala “Die und die Voraussetzungen sind gegeben, das und das soll erreicht werden, welche Art der Werbung schlagen sie vor und warum?”
@Kekskruemel Ja, es stimmt, dass Mathe in allen Sachen benötigt wird, aber warum schmeißt man Nebenfach-Studenten dann komplett ins kalte Wasser und bietet ihnen nicht die Möglichkeit ebenfalls eine Grundlagen der Mathematik und Statistik – Veranstaltung zu besuchen? Das finde ich ziemlich beschissen geplant, auch wenn es mich nicht betrifft. Ich verstehe die Sorgen, die die Nebenfächler haben. Die haben keinerlei Chance den Kern des Stoffes zu erfassen, weil sie schon bei einer partiellen Ableitung an ihre Grenzen stoßen. Und in dem Umfang wie hier Mathematik benötigt wird, kann man sich das nicht selbst beibringen. Da muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden.
Wer diese billigste Kostenleistungsrechenscheiße mit Optimaler Preis etc nicht hinbekommt hat entweder keinen LK gehabt oder studiert einfach das falsche, das lernt man doch in der k12 oder ? =)
Also die, die BWL als Hauptfach haben, haben das im ersten Semester gelernt. Am Gymi habe ich – und ich war im mathematischen Zweig – nichts von dem Zeug gehört. Partielle Ableitungen usw. schon gleich 3mal nicht.
Und mit Kostenrechnung hat das eher mal nix zu tun