Wirtshausspiele Teil 1 heute mit: Meier
2 Jan
Meier ist nicht nur ein berühmter Name in ganz Deutschland, sondern auch ein sehr unterhaltsames Würfelspiel für`s Wirtshaus eurer Wahl.
Benötigt werden:
- 2 handelsübliche Würfel
- 1 Würfelbecher
- 1 Bierdeckel zum eigentlichen Spielen
- X (=Anzahl d. Mitspieler) + 1 Bierdeckel als “Strafpunkte”
Wie bei jedem Kneipenspiel gibt es wahrscheinlich auch beim “Meiern” unzählige (durch Alkoholeinfluss entstandene?) Alternativen. Ich für meinen Teil werde euch nun vorstellen, wie wir in meinem Freundeskreis spielen.
Wer anfängt wird zunächst mit einem Würfel entschieden. Jeder hat einen Wurf und der Spieler mit der höchsten Zahl beginnt das eigentliche Spiel. Bei Gleichstand wird dementsprechend solange weiter gewürfelt, bis ein Gewinner feststeht.
Der erste Spieler würfelt nun mit den zwei Würfeln und stürzt den Becher anschließend auf den Bierdeckel. Er blickt anschließend “unter den Becher” und sieht dort die gewürfelte Kombination. Wichtig ist, dass ausschließlich er sieht, was er gewürfelt hat. Warum erfahrt ihr gleich.
Angenommen er hätte jetzt 3 + 4 gewürfelt, so ergäbe das eine Punktzahl von 43. Die höhere Zahl steht demnach für die “Zehnerzahl”, während die kleinere die “Einerstelle” darstellt. (Weitere Bsp. zur Verdeutlichung: 5+2=52, 6+3=63, …)
Die höchste erreichbare Zahl ist der Meier, der mit 2+1=Meier definiert ist. Über Meier geht nichts. Wer einen Meier erzielt ist sofort raus aus der aktuellen Runde und muss auf jeden Fall “nicht zahlen”, wenn z.B. um Schnaps gespielt wird.
Über Zahlen wie z. B. 31, 43 oder 64 gehen die sog. Paschs. Ein Pasch, das dürfte eh jedem bekannt sein, sind zwei gleiche “Augen”, also 11, 22, 33, 44, 55 sowie 66. Wenn jemand einen Pasch gewürfelt hat, so sagt er einen “Pasch auf Reisen” an. Der nachfolgende Spieler kann, sofern er dem Vorgänge glaubt, nun einen Pasch seiner Wahl ansagen. Sagt er z. B. einen Einser-Pasch an und sein Nachfolger glaubt ihm nicht, obwohl sich im Becher z. B. ein Dreier-Pasch oder gar ein Meier befindet, so verliert in diesem Fall der Nachfolger. Das aber derweil nur als kleiner “Vorausgriff”.
Der eigentliche Clou an dem Spiel ist es, dass man seine Gegner anlügt, wenn man sie von der Augenanzahl her nicht schlagen kann. Verdeutlichen wir uns das mal an einem Beispiel:
Spieler1 beginnt und würfelt 53. Dies sagt er wahrheitsgemäß an Spieler2 (und die gesamten restlichen Mitspieler) weiter. Der kann ihm das glauben und weitermachen oder den Becher aufheben und den Vordermann als Lügner entlarven (falls er gelogen hätte, was jetzt hier aber nicht der Fall war, da wir angenommen haben er hat 53 gewürfelt UND wahrheitsgemäß angesagt). Wir nehmen jetzt an, dass Spieler2 dem Spieler1 glaubt und weitermacht. Jetzt würfelt Spieler2 aber nur 43 und sitzt in der Klemme, da der jeweils nächste Spieler immer die Punktzahl des Spielers vor ihm überbieten muss. Spieler2 entscheidet sich nun zu Lügen (wozu er hier ja gezwungen ist) und sagt 54 als Augenzahl an.
Spieler3 glaubt an diesen glücklichen Zufall des Spieler2 nicht und deckt auf. Dadurch enttarnt er Spieler2 als Lügner und selbiger bekommt “einen Deckel” (=ein Bierfilz).
Es wird nun solange weitergespielt bis sämtliche Bierdeckel “aufgenommen”, also an die Mitspieler verteilt wurden. Danach geht es an das “Ablegen”. Gespielt wird wie oben beschrieben, nur dass jetzt der, der einen Lügner entlarvt “einen Deckel” zurück in die Mitte legen darf. Beginnen darf derjenige mit den meisten Deckeln. Wer am Ende als Einziger noch über einen oder mehr Deckel verfügt, hat das Spiel verloren und muss entweder eine Runde Schnaps für alle Mitspieler zahlen oder eben dementsprechend das vorher Vereinbarte.
Zur weiteren Verdeutlichung habe ich euch noch ein Youtube-Video oben bei dem Würfelbild eingebunden, wo man es recht schön sieht, wie das Spiel funktioniert.
In den nächsten Wochen werde ich von Zeit zu Zeit noch ein paar andere Kneipenspiele veröffentlichen. Vielleicht kann ich damit ja den ein oder anderen langweiligen Abend von euch retten.
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Das ist einfach klasse dieses Spiel. Bei uns nennt es sich jedoch Lügenmäxchen und durfte aber an Silvester auf keinen Fall fehlen
und wir haben noch eine abgewandelte Form davon gespielt, deren Namen ich allerdings nicht mehr weiß.
Ich kenn das auch als Mäxchen. Habs Silvester vor 4-5 Jahren das erste Mal exzessiv (!) gespielt. Bei uns war’s aber so, wenn einer Mäxchen würfelt, müssen alle sofort trinken
Laut Wikipedia werden Mäxchen und Meier synonym gebraucht
als trinkspiel empfehle ich aber ein anderes. 1-5 is trinken und 6 nochmal würfeln