Mir ist gerade eine kleine “Story” aus meinem letzten Praktikum bei Krones eingefallen, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Als Praktikant ist man ja oft in vielerlei Hinsicht der Arsch. So ist zumindest die weit verbreitete Meinung. Wenn man nicht Kaffee kochen muss, dann wird man den Kollegen zumindest als “Praktikant” vorgestellt und dann eventuell auch nicht für ganz voll genommen. Immerhin hat man ja keinen Plan von den Abläufen, ist fachlich ein kompletter Volldepp, weil man ja nur Theorie im Hirn hat und das Verhältnis zu einem Praktikanten kann den Mitarbeitern auch egal sein, weil der ja eh bald wieder weg ist.
Während all das in meinem ersten Praktikum alles ziemlich egal war, weil da jeder Mitarbeiter mal Kaffee gemacht hat und weil ich da von Anfang an ein Bestandteil des Teams und kein Anhängsel war, so setzte das zweite Praktikum noch ein Sahnehäubchen auf das Praktikantendasein.
Ich wurde kein einziges Mal als “Praktikant” vorgestellt, sondern immer als Mitarbeiter oder Kollege. Sowohl im Unternehmen selbst, als auch bei den Außenterminen. Das hatte den super Effekt, dass ich nie ignoriert wurde, immer das gleiche Rederecht hatte wie alle anderen Kollegen und meine Vorschläge dann genau so ernsthaft diskutiert wurden wie die des “Stammpersonals”. Das war echt angenehm und spornte mich auch zusätzlich an, mein Hirn anzustrengen, um Lösungen zu finden, selbst wenn dieses oder jenes gar nicht in meinen Aufgabenbereich gefallen ist. Das Ende vom Lied war dann eine Erfindungsmeldung, die es aber leider nicht bis in die Patentabteilung geschafft hat.
Wäre ich nur der “Praktikant” gewesen, hätte ich höchstwahrscheinlich 90% aller Erfahrungen (z. B. Teilnahme an größeren Meetings, Außentermine, …) überhaupt nicht gemacht und einen Großteil des im Praktikum erlangten Wissens wäre mir wohl verschlossen geblieben.
Ich habe mir geschworen, dass ich im späteren Arbeitsleben einmal genau so mir Praktikanten umgehen werde, wie mit mir umgegangen wurde. Denn allein die Vermittlung des Gefühls, dass man “dazugehört”, wirkt sich ungemein positiv auf die Motivation aus. Und das hilft beiden Seiten. Dem Unternehmen und demjenigen, der etwas lernen möchte.