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Stolz!

Die Meinungen spalten sich ja immer, wenn es um die Frage geht, ob man auf etwas stolz sein kann, zu dem man weder etwas beigetragen hat, noch wenn man auf ein bestimmtes Resultat keinerlei Einfluss hatte. Dennoch erfüllt es mich heute mit Stolz, dass das SIFE-Team der Uni Regensburg den Weltmeistertitel in Kuala Lumpur nach Bayern bringen konnte.

“SIFE steht für Students In Free Enterprise und ist eine nicht-staatliche, unpolitische Non-Profit-Organisation, die 1975 in den USA gegründet wurde. Heute ist SIFE weltweit in 47 Ländern an über 1.800 Universitäten tätig und damit eine der größten internationalen Studierendenorganisationen der Welt.” (Zitat von http://www.sife.de/content/was_ist_sife.php) Auf gut deutsch: SIFE ist ein karitatives Unternehmen, das nicht auf den eigenen Profit aus ist, sondern lediglich soviele Rückflüsse generiert, um bestehende Projekte aufrecht zu erhalten und neue Projekte aufsetzen zu können.

Das Regensburger Team ging bei der Weltmeisterschaft mit drei Projekten an den Start. Zum Einen ein Pfandflaschen-Rückführ-System, das darauf ausgelegt ist, die Pfandflaschen, die normalerweise im Müll landen, zu sammeln und sie so in Geld zu verwandeln. Das zweite Projekt behandelt das Thema Microleasing. So sammelte SIFE Regensburg knapp 100 funktionsfähige Alt-Maschinen in der Region, brachte diese nach Bulgarien und verleaste sie dort an Interessenten, die dadurch eine neue Geschäftsgrundlage hatten. Das letzte Projekt zielte darauf ab, ein Roma-Dorf zu elektrifizieren und Vorbehalte zwischen der Bevölkerung und der Minderheit abzubauen.

Die Präsentation von SIFE Regensburg ist mittlerweile bei Youtube online. In meinen Augen war sie perfekt und wirklich überzeugend.

Womit wir wieder beim Thema wären. Ich bin stolz auf das Team, obwohl ich selbst kein Teil davon bin. Ich bin stolz darauf, dass zwei Mädels aus meinem BWL-Jahrgang mit auf der Bühne standen und einen erheblichen Teil zum Erfolg beigetragen haben. Ich bin stolz darauf, dass “unsere” Vertreter in Kuala Lumpur den Weltmeistertitel und somit endlich einmal einen ersten Platz in einem Ranking an die Uni Regensburg bringen konnten. Soviel wie ich oft über die Uni schimpfe, am heutigen Tag bin ich froh ein Teil von ihr zu sein. Denn eines ist klar: Mit diesem Weltmeistertitel hat das SIFE-Team zu einem erheblichen Imagegewinn für die Uni und somit auch für ihre Absolventen und Studenten beigetragen.

Wer gerne Teil des SIFE-Teams werden möchte, findet Informationen unter http://www.sife.de/. Wer die Regensburger Mädels und Jungs beglückwünschen möchte, kann dies unter https://www.facebook.com/siferegensburg.

Und trotz all diesem Stolz auf SIFE… am meisten Stolz (und Sehnsucht :-( ) empfinde ich immer noch für meine Freundin, die sich gerade Tag für Tag mit sämtlichen Widrigkeiten von B wie Bus bis K wie Kaffee in London rumärgern muss und das mehr als hervorragend meistert. Schaut doch mal auf ihrem Londonblog vorbei :-)

Lesenswerte iPadlektüre

Ich lese – ganz akademikeruntypisch – ziemlich wenig. Eigentlich lese ich nur den tollen “Kopf-hoch-Kalender” mit seinen schlauen Sprüchen auf unserer Toilette, die Wirtschaftswoche und – mangels Alternativen – eine qualitativ fragwürdige Tagezeitung.

Da ich in den letzten zwwei Tagen bei der Traumfrau massig Zeit hatte (sie musste packen, aber ich konnte nicht helfen :-/), entschied ich mich dafür, mal den iBook-Store des iPads auszuprobieren.

Nachdem die Bestsellerlisten irgendwie nichts Interessantes zu bieten hatten, bewegte ich mich in die Kategorie “Wirtschaft” und stieß dort auf den Titel “Shackletons Führungskunst”. Immerhin studier ich ab Oktober Management und Führung und habe das Gefühl, dass ich davon noch nicht allzu viel Ahnung habe. Da ich es oft genug selbst an verschiedenen Stellen erlebt habe, wie schlimm es ist, wenn man einer schlechten Führung untersteht, will ich meine Sache zukünftig natürlich besser machen.

Nun aber zum Buch. Es geht ganz grob um eine Expedition ins ewige Eis, die am Anfang des 20. Jahrhunderts stattgefunden hat. Die Führung dieser Expedition übernahm ein gewisser Mr. Shackleton. Und obwohl sich die ganze Reise objektiv betrachtet in einen zwei Jahre andauernden Alptraum entwickelt hat, konnten am Ende alle Teilnehmer geistig und körperlich größtenteils unversehrt wieder zu Hause ankommen. Dieser Umstand war – das kristallisiert sich im Laufe der Lektüre heraus – einzig und allein dem ungewöhnlichen Führungsstil Shackletons zu verdanken.

Auf circa 300 Seiten erwartet den Leser eine kurzweilige Mischung aus Abenteuer- und Wirtschaftslektüre. Wer einmal eine andere, unkonventionelle Sicht auf das Thema “Management” bekommen möchte, dem empfehle ich den ca. 10€ teuren Download.

P.s. Das iPad als “Buch” hat mich überzeugt. Kein Augenbrennen und keine anderen Haltungsschäden ;)

Bachelorarbeit #12: Weg mit dem Ding

Heute früh war der Zeitpunkt gekommen, um Abschied zu nehmen. Abschied von dem Dokument, das die letzten 60 Tage lang mein Leben bestimmt hat. 60 Tage lang durfte ich mich mit Logistikbezogenen Dienstleistungen an Tankstellen beschäftigen. Ein interessantes Thema, das aber umso schwieriger zu bearbeiten war, weil es dazu kaum Literatur oder belastbare Quellen gab und gibt. Als Resultat habe ich nun eine Arbeit angefertigt, die viel “könnte, würde, es ist vorstellbar, …” enthält. Eine Arbeit, deren Qualität ich selber nur sehr schlecht einschätzen kann.

Darum wundert es mich auch nicht, dass der Druck der letzten zwei Monate immer noch nicht von mir abgefallen ist. Ich stehe noch genau so unter Strom wie während der Bearbeitungszeit. Richtig genießen kann ich die Zeit, die ich gerade im Bett vor dem Notebook verbringe, nicht.

Noch dazu nervt es mich, dass ich hier in Hinsicht auf die Uni tatenlos rumsitze bis Oktober, während meine Lieblingsfrau Tage mit 60 Stunden und mehr brauchen könnte, um ihr Arbeitspensum zu schaffen. Gerne würde ich ihr etwas abnehmen doch leider ist das nicht so einfach…

Ich habe mir den heutigen Tag genehmigt, um einfach einmal nichts zu tun. Ich liege nur rum, starre Löcher in die Luft und werde heute Abend ein paar Bierchen trinken, auch wenn mir nicht so wirklich nach Feiern ist…


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