Sie sind doch selber schuld!
Mit wenig Spannung aber dennoch aufmerksam verfolgte ich die Zerschlagung der kriminellen Vereinigung, wie man uns glauben macht, kino.to. Ein heftiger Schlag in Anbetracht der Tatsache, dass wohl zu jeder Tages- und Nachtzeit tausende Menschen Kinofilme auf der Plattform konsumiert haben.
Ich selbst war nie ein Fan dieser und anderer Streaming-Seiten. Viele Streifen waren einfach nur von der Leinwand abgefilmt worden und von dementsprechend guter Qualität. Sowas nervt mich. Wir leben nicht mehr in den 90ern, wo jeder 1024×768 als bevorzugte Auflösung auf dem 15 Zoll Röhrenmonitor hatte. Ich selektiere seither, welche Filme mir 20€ – denn nicht weniger kostet ein Kinobesuch nebst Popcorn, Cola usw. – wert sind und welche nicht. Wäre das Ganze nicht so teuer, würde mich das Kino eventuell auch öfter sehen.
Was mir wirklich fehlt ist ein Angebot wie netflix. 7,99$ für unbegrenzten Filmgenuss. Ich weiß nicht, wie viele Nutzer netflix hat, jedoch hab ich vor kurzem gelesen, dass ein Großteil des Traffics in den USA auf diesen Anbieter zurückzuführen ist. Demnach kommt es wohl gut an. Ja, liebe Filmindustrie, auch ich würde 5 oder sogar 10€ monatlich zahlen, wenn ich dann alle Filme so oft ich will vom Bett aus ansehen kann. Aber ihr wollt ja nicht. Ihr verzichtet freiwillig auf 120€ im Jahr. So bleibt es halt bei 60€, die ich für drei Kinobesuche ausgebe und das war’s.
Hochgerechnet auf die Masse an potentiellen Nutzern, lasst ihr euch Millionen – vielleicht sogar Milliarden – durch die Lappen gehen. Frei nach dem Motto: Das haben wir immer schon so gemacht. Richtig, die Zeitungen verfahren bis heute nach diesem Motto… und weinen genau wie ihr über sinkende Umsätze. Selbst schuld. Wer nicht mit der Zeit geht, muss eben mit der Zeit gehen.
In diesem Sinne: Um Kino.to ist’s nicht schade, um die Ignoranz der Filmindustrie umso mehr.