Pünktlich eine halbe Stunde zu spät
Obiger Satz beschreibt ganz gut, was ein Großteil der Menschheit unter Pünktlichkeit versteht. Ich ärgere mich immer wieder über die Selbstverständlichkeit, mit der Andere zu spät kommen.
Ich wurde so erzogen, dass Pünktlichkeit eine Tugend ist und jede Verspätung, die zwei oder drei Minuten übersteigt, eine Entschuldigung wert ist. Und so halte ich es auch: Bin ich einmal zu spät, so liegt das zu 100% nicht an meinem Zeitmanagement, sondern an irgendwelchen externen Faktoren, deren Einfluss ich unterschätzt habe. Sei es die Verkehrssituation oder der Ausfall eines Linienbusses.
In der Regel bin ich zehn Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt am jeweiligen Ort. Je nachdem, wo das ist, nutze ich die Zeit für eine Zigarette oder bereite schon einmal etwas vor, falls sich die Möglichkeit ergibt. Ich hasse es, wenn ich mich hetzen muss und ein frühzeitiges Erscheinen zu Terminen ist die beste Möglichkeit, um diesen Zeitdruck loszuwerden.
Eine Regelung, die – so hab ich erfahren – bei Continental angewandt wird, ist, dass Besprechungsräume einfach fünf Minuten nach dem festgesetzten Termin abgeschlossen werden. Find ich super. Warum sollen immer die Pünktlichen auf diejenigen warten, die einfach nicht aus dem Arsch kommen und meinen der Nabel der Welt zu sein, weil schließlich alles auf sie wartet?
Im Praktikum hab ich etwas Ähnliches erlebt. Dort klingelte bei einem 9 Uhr Termin spätestens um 9:02 Uhr der Blackberry und am anderen Ende der Leitung wurde gefragt, wo man denn bleibe. Gerade bei straff organisierten Tagesabläufen ist es eben unabdingbar, dass sich jeder an eine Verhaltensregel hält, die ein gut erzogener Mensch eigentlich schon mit der Muttermilch aufsaugen sollte.
Und wenn Du es bist, der es nie pünktlich schafft, dann empfehle ich dir einen Trick, der ich von der 3. bis zur 4. Klasse – und das sollte peinlich genug für Dich sein – benutzt habe. Stelle die Armbanduhr zehn Minuten vor… das hilft tatsächlich.