Archive for August, 2010

Das El Cid auf Mallorca – Zurecht 4 Sterne?

Eine Woche Erholungsurlaub liegen hinter meiner Lieblingsfrau und mir. Ich bin sowas von entspannt, ich kann es Euch gar nicht sagen. Maßgeblich dazu beigetragen hat das Hotel, das meine Erwartungen in den allermeisten Punkten übertroffen hat. Die Rede ist vom “El Cid”, das ein Teil der THBHotels-Gruppe ist.

Lediglich 10 Minuten Busfahrt trennten und nach der Landung vom Check-In an der Rezeption. Innerhalb von 5 Minuten hielten wir dann auch unsere Keycard für das Zimmer nebst Schlüssel für den Tresor in Händen.

Zimmer:

Unser Wunsch war es, möglichst weit oben zu residieren. Diesem wurde auch entsprochen, so dass wir uns im fünften von sechs Stockwerken einnisten konnten. Das Zimmer an sich bot neben einem Doppelbett inkl. Besucherritze, einen geräumigen dreigeteilten Schrank, einen Schreibtisch, einen kleinen Kühlschrank und einen Fernseher. Das Bad überraschte neben Sauberkeit mit einer Badewanne und einer normalen Mischbatterie anstatt der für südliche Länder üblichen Verbrühungseinheit. Der ca. 6-8 qm Balkon war mit einem runden Tisch und zwei bequemen Stühlen ausgestattet.

Essen:

Der überaus gute erste Eindruck wurde am ersten Abend beim Buffet getrübt. Wir wollten uns um 19 Uhr, also direkt bei der Öffnung des Speisesaals, stärken und fanden leider nur lauwarmes und teilweise schon kaltes Essen vor. Sollte eigentlich nicht passieren. Auch geschmacklich war die Verpflegung keine wirklich Offenbarung. Lernfähig wie wir sind gingen wir die nächsten Tage erst mit 20 bis 25 Minuten Verzögerung zum Essen und sollten belohnt werden. Nachdem der erste Ansturm am Buffet vorbei war, wurde zügig wieder aufgefüllt, so dass das Essen dann warm und geschmacklich besser war. Die Getränkepreise waren im Rahmen. So zahlten wir für eine Flasche (0,7l) Wasser 1,90€ und das einheimische Bier schlug, soweit ich mich recht erinnere, mit 2,30€ zu Buche. Wer auf sein Franziskaner Weißbier nicht verzichten wollte, musste 4€ hinlegen.

Hotelanlage:

Das El Cid hat zwei Swimmingpools, die beide offensichtlich täglich gereinigt wurden und einen sehr sauberen Eindruck machten. Am hinteren Pool waren die Badeleitern teilweise locker, was für uns aber nicht wirklich ein Grund zur Beschwerde war. Negativer war da die Tatsache, dass die Dusche den Dienst verweigerte. Dennoch wurden wir auch hier im großen und ganzen positiv überrascht und hatten nicht wirklich etwas auszusetzen. Der Indoor-Pool war nicht befüllt, was bei 30 Grad Außentemperatur aber sowieso überflüssig gewesen wäre.

Eine Computerecke bot gegen Entgelt den Zugang zum Internet an. Alternativ dazu konnte man gegen Bezahlung Zugriff auf das hoteleigene WLAN bekommen. Genutzt haben wir beides nicht. WLAN-Zugriff hatten wir trotzdem, da ein offenes WLAN namens “AMIC-Hotels” zum Surfen einlud.

Die einzelnen Reiseveranstalter informierten auf Stellwänden über Ausflugsmöglichkeiten und Veranstaltungen. Daneben lagen noch verschiedene Ordner bereit, die zusätzliche Informationen boten und auch die Zeiten für den Flughafentransfer am Abreisetag enthielten.

Lage:

Wie schon oben erwähnt liegt das Hotel lediglich 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Keine 100 Meter trennten uns vom Strand, der zu unserer Verwunderung überhaupt nicht überlaufen war. Da wir nicht den ganzen Tag auf unserem Handtuch im Sand verbringen wollten, entschieden wir uns zur Miete von zwei Liegen und einem Schirm. Kostenpunkt pro Tag: 9,80€ und damit im vertretbaren Rahmen.

Natürlich wollten wir, wenn wir schon einmal da waren, auch die Hauptstadt Palma besuchen. Mit den Buslinien 15 (über Land) oder 25 (über die Autobahn) kommt man in 30 bzw. 15 Minuten an sein Ziel. Die Preisstruktur im ÖPNV hat sich uns nicht so ganz erschlossen. Anscheinend kostet jede Fahrt pauschal 1,25€ pro Person.

Das soll es für´s Erste gewesen sein. In den kommenden Tagen werde ich noch weitere Artikel über den Urlaub veröffentlichen. Sollten Fragen aufkommen, sind diese natürlich gerne in den Kommentaren gesehen.

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Tränen gelacht

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Vom Bafög…

Es war einmal ein Student im 4. Semester. Viel hatte er bereits gelernt, doch was ihn bei der Bafög-Beantragung erwarten würde, dafür hatte ihn die Uni Musterwald nicht vorbereitet.

Unvoreingenommen schickte er sich an, er war schließlich ein Digital Native, den Bafög-Antrag online zu stellen. Oh Schreck, was musste er da bemerken? Der Prozess der Online-Beantragung bestand einzig und allein aus dem Ausfüllen verschiedener PDF-Dateien am Rechner. “Diese Internetausdrucker”, dachte er sich. Nun ja, er fand sich damit ab und füllte die geforderten Vordrucke aus, schickte den Druckauftrag an den Drucker und verstaute anschließend alles fein säuberlich in einer Klarsichthülle.

Wenige Tage später machte er sich vollgepackt mit den tollen Sachen, die sein Leben schöner machen sollten, auf den Weg zur Uni. Aus Erfahrung wusste er, dass Öffnungszeiten an der Uni Musterwald nicht so genau genommen werden und erkundigte sich im Vorhinein, ob denn auch wirklich jemand da war oder ob gerade alle zu Tisch sind.
Dort angekommen packte er seine fein säuberlich ausgefüllten Dokumente und sämtliche geforderten Nachweise aus. Leider hatte er ein Detail überlesen, so dass zwei Nachweise zurückgewiesen wurden. “Nun gut”, dachte er, können ja die Damen nichts dafür.
Also fuhr er nur halb verrichteter Dinge wieder heim, um die richtigen Dokumente einzupacken. Gesagt getan.

Tags darauf startete er einen neuen Versuch. Bei einem Dokument wusste er aber immer noch nicht so recht, an welcher Stelle ihm bestätigt würde, dass er ein super toller Student ist, der bisher brav alle geforderten Prüfungsleistungen erbracht hat.
Die Damen wussten Rat und schickten ihn mitsamt Formblatt gemäß §48 oder so in Richtung Prüfungsamt. Dort wurde er voller Freude(!) begrüßt und ihn überkam das Gefühl, dass er sich schämen müsse, eine Leistung zu verlangen. Schließlich zahlt er nur 588€ pro Semester und dafür solle er auch noch Service erwarten?

Endlich am Ziel, dachte er zufrieden bei sich, als ihm gesagt wurde, dass er mit diesem Formblatt jetzt zu einem bestimmten Professor zu gehen habe, der ihm dann bescheinigen sollte, dass seine erbrachten Leistungen den üblichen Leistungen zum Ende des 4. Semesters entsprechen.
Das leuchtete ihm ein. Schließlich ist das Credit-Point-System in den Bachelor-Studiengängen überaus undurchsichtig, so dass man keinesfalls z. B. sagen könnte “Am Ende des 4. Semesters muss ein Student mindestens 90 Credit-Punkte vorweisen können, um einen Bafög-Anspruch zu haben.” Natürlich muss das von einem Professor, der ja sonst auch nichts zu tun hat, noch einmal mit einem “Servus” auf der schwarzen Linie bestätigt werden.

Also durchquerte er wieder ein Viertel des Campus´ auf der Suche nach Professor Darfunterschreiben. Sein Büro hat er dann auch gefunden. Leider nur mit Sekretärin drin. Diese war hilfsbereit und legte das Dokument einem Mitarbeiter von Professor Darfunterschreiben vor, der die erbrachten Prüfungsleistungen innerhalb von rekordverdächtigen 15 Sekunden eingehend überprüfte und mit seiner Unterschrift bestätigte.

“Endlich habe ich jetzt alles”, freute sich der Viertsemestler innerlich und stapfte frohen Mutes zurück zu den netten Damen. Voller Stolz legte er das letzte noch ausstehende Dokument vor und wurde in seiner Euphorie sogleich wieder gebremst. “Da fehlt a Kreuzl”. Oh ja, das stimmte. Da hatte der Mitarbeiter von Professor Darfunterschreiben wohl vergessen “kann bestätigt werden” anzukreuzen. Kann ja jetzt nicht so das Ding sein, das Kreuz noch schnell hinzurotzen. Der Nachweis über die Prüfungsleistungen war ja schließlich beigelegt.

Weber hätte sich über die folgenden Sekunden gefreut. Schließlich hat er den Mist erfunden. Unser Student musste nun also ein weiteres Mal, nachdem er ein “Des  is doch etz a Witz?” in den Raum geworfen hatte, zu Professor Darfunterschreiben latschen, um das fehlende Kreuz nachtragen zu lassen.

Natürlich war der immer noch nicht da, aber zumindest war sein Assistent jetzt ebenfalls weg. Dass die Sekretärin nicht unterschreiben durfte, braucht hier natürlich nicht mehr erwähnt zu werden.

Und so wird sich unser Student am Nachmittag ein weiteres Mal in die Uni Musterwald aufmachen, um die Suche nach dem verlorenen Kreuz fortzusetzen. Und dabei wird er sich weiterhin fragen, wieso er im Studium lernt, wie man Organisationen effizient und kostengünstig gliedert, während die Uni Musterwald das beste Beispiel ist, wie man es nicht macht.

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